Hauptziel des Projektes ist es, Migranten zu helfen Anschluss an den für sie noch ungewohnten kulturellen Kontext hier in Deutschland zu finden. Alteingesessene Migranten, die sich schon bestens auskennen, unterstützen Neuankömmlinge mit ihren Kenntnissen bei der Meisterung dieser Herausforderung.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Integration am besten durch Begegnung und
zwischenmenschliche Beziehungen gelingt. Bei unserer Ankunft haben wir viel Freundlichkeit und Toleranz seitens einiger einheimischen Bürger erfahren. Jetzt möchten wir ein Stück davon weitergeben an diejenigen, die weniger Glück hatten, oder erst vor Kurzem eingereist sind.

Darum nehmen wir ein Begegnungszentrum als Grundlage für unser Projekt und gestalten unsere Arbeit bedarfsorientiert. Dabei sind wir nicht nur für Aussiedler offen, sondern auch für Menschen, die aus verschiedenen Gründen (Flücht, Beruf, Heirat usw.) ihr Heimatland verlassen haben und jetzt in Deutschland ansässig sind.

Wir betrachten ein Land bzw. eine Kultur als eine Familie. Wenn zwei Fremde zu einer Familie werden, gehört ein Prozess des Kennenlernens der Familiengeschichte von beiden Seiten dazu. So ist es auch mit Mitgliedern zweier Völker bzw. Kulturen, die ab einer bestimmten Zeit in einem Land zusammen leben.


In Bischofswerda und Umgebung leben einige einheimische Senioren, die gut Russisch können. Auch sie nehmen an den Senioren-Treffen teil und bringen Aussiedlern die deutsche Kultur und Sprache näher. Im neuen Projekt möchten wir regelmäßig Familiengeschichten-Abende organisieren. Themen wie: “Unsere gemeinsamen deutschen Wurzeln”, “Wo war mein Vater/meine Familie während des Krieges?”, “Wende und Perestroika”, “Ich bin ein/e deutscher/russischer Jude/Jüdin” usw. helfen den Teilnehmern, einander besser kennenzulernen, und aus einem anderen Blickwinkel auf bereits bekannte Ereignisse zu schauen.


Es lassen sich Parallelen zwischen dem Schicksal der Bewohner von Bischofswerda Süd und den, in den neunziger Jahren zugezogenen, Spätaussiedler-Migranten ziehen. Auch die Sowjetunion und viele Länder Osteuropas ließen nach ihrem Zusammenbruch einen Teil ihrer Bevölkerung ziel- und mittellos zurück. Dieser ähnliche geschichtliche Hintergrund kann als Verständigungsgrundlage dienen.


Auch jüngere Generationen und vor allem Kinder sind bei diesen Abenden herzlich willkommen. Somit wird die Geschichte von Augenzeugen an die Nachkommen weitergegeben. Für die Neuen im Land schaffen solche Abende eine Plattform für gemeinsames Suchen nach Lösungen bzw. nach Antworten auf Basisfragen, wie z.B.: »Wie gelingt das Ankommen in Deutschland so, dass ich meinen Platz in Bischofswerda/ Sachsen finde?«.


Bei Bedarf können wir eine simultane oder parallele Übersetzung organisieren. Die technische Voraussetzungen sind vorhanden, denn im Laufe des Vorprojektes haben wir, mit Hilfe unserer technikbegeisterten Teilnehmer, eine Simultanübersetzungsanlage aus unseren vorhandenen technischen Geräten aufgebaut.

Vierteljährlich treffen sich alle Teilnehmer, um ein Thema zu Geschichte, Politik, Religion u.ä. zu diskutieren. Dazu gehört ein Impulsvortrag mit einer gemeinsamen Diskussion im Anschluss. Die Teilnehmer, unabhängig von Alter oder Abstammung, können ihre Meinung äußern, bzw. mehr über die Lebenseinstellungen der anderen lernen. Alles passiert in einer lockeren Atmosphäre mit Tee und Leckerbissen. Bei Bedarf organisieren wir auch hier eine Übersetzung.

Unter den in Bischofswerda lebenden Aussiedlern gibt es viele ältere Menschen. Nicht selten haben sie ihr gewohntes Leben geopfert, um ihren Kindern und Enkeln neue Horizonte zu eröffnen. Mit der Zeit sind die Kinder ausgezogen und die Enkel fühlen sich in Deutschland zuhause. Die Senioren bleiben allein zurück. Wegen mangelnder Sprachkenntnisse haben sie kaum soziale Kontakte, sind aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und einsam. Sie leben in der Vergangenheit und identifizieren
sich nicht mit dem Land, in dem sie jetzt leben. Um diesem Problem entgegenzuwirken bieten wir einen Begegnungsraum für Senioren. 

Hier können sie gemeinsam Zeit verbringen, sich über die aktuellen Ereignisse austauschen, aber auch durch Führungen und Ausflüge ihre Umgebung kennen- und lieben
lernen. Unsere ehrenamtliche Kollegin, die diese Arbeit anleitet, ist eine der wenigen einheimischen Mitarbeiterinnen im Mosaika e.V. Viele der Bischofswerda-Süd Bewohner kennt sie noch aus den Zeiten, in denen sie als Arbeitsamt-Beraterin gearbeitet hat. Ihre eigene Begeisterung für ihre Heimat gibt sie an Migranten-Senioren weiter. Ihre guten Russisch-Kenntnisse sind eine große Hilfe dabei.

Auf mehrfache Anfragen der Familien des Stadtteils hin, bauten wir unser Kindermusiktheater-Angebot auf. Dieses Projekt hat alle Vereinsmitglieder zusammengeschweißt und begeistert bis heute Jung und Alt gleichermaßen. Seit mehreren Jahren werden Theaterstücke aufgeführt, in denen unsere Mitwirkenden selbst dichten, Szenen entwerfen und mitgestalten können.


Unser neues Konzept sieht Bühnen-Textarbeit vor. Unter der Leitung eines professionellen Schauspielers werden die Sprechrollen eingeübt. Zahlreiche Wiederholungen und Arbeit an der Aussprache helfen besonders den neu Angekommenen im Land, die Sprache zu erlernen und ihre Sprachgewandtheit zu verbessern. Außerdem fördert die Bühnenerfahrung das Selbstbewusstsein und verleiht Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen auf Arbeit und in der Schule.


An der Produktion des Sommer- und Wintermärchens nehmen jedes Jahr über 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedener Abstammung teil. Auch für diejenigen, die sich nicht öffentlich zeigen wollen, findet sich eine Aufgabe z.B.: Kostüm- und Kulissenbau, Betreuen der Bühnentechnik oder Hilfe beim Ankleiden und Schminken der Schauspieler.


In den Theaterstücken werden zudem aktuelle, kulturrelevante Themen aufgegriffen, was bei allen Beteiligten die Offenheit für eine interkulturelle Gesellschaft fördert.


Die professionell vorbereiteten und durchgeführten Vorstellungen versammeln jedes Mal mehrere Hundert Zuschauer. Hierbei findet die Zusammenführung von Migranten und alt-ansässigen Bürgern in besonderem Maße statt. Außerdem erlangen die Migranten vom Mosaika e.V. so eine gewisse Beliebtheit in der Stadt.

Besonders am Herzen liegt uns die weitere Zusammenarbeit mit Geflüchteten, die viele Jahre in Bischofswerda gelebt haben. Diese möchten wir weiterhin in unsere Arbeit integrieren und an unseren Veranstaltungen nicht nur als Zuschauer, sondern auch als aktive Mitwirkende teilhaben lassen.


Seit 2018 arbeiten wir mit dem Bürgerbündnis Hoyerswerda zusammen. So fahren unsere Angebotsleiter regelmäßig nach Hoyerswerda, um die Stücke für die o.g. Veranstaltungen mit den Kindern der Geflüchteten einzustudieren. Die Organisation vor Ort wird von den Geflüchteten-Familien unterstützt. Nach den ersten Vorstellungen in Hoyerswerda im Jahr 2019 haben wir das Interesse der Bewohner Hoyerswerdas (in erste Linie von Migranten) geweckt. Darum erweiterte sich 2020 der Kreis der Teilnehmer von Hoyerswerda um diese Gruppe. Das verschafft den Geflüchteten mehr soziale Kontakte außerhalb ihres Kulturkreises und fördert Toleranz und gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft.


Seit 2020 kooperieren wir mit “Haus der Begegnung” in Kamenz, welches sich vor Ort unter anderem um die Geflüchteten kümmert. Im Rahmen des neuen Projektes arbeiten unsere Tanz- und Gesangslehrer mit Kindern aus Migranten-Familien. Die einstudierten Stücke werden in den gemeinsam mit Hoyerswerda und Bischofswerda organisierten Veranstaltungen präsentiert.

Im Chor geht es, um Gemeinschaft und Teamarbeit. Ein “nicht integriertes” Chormitglied ist kaum vorstellbar. Erfolg ist nur mit gegenseitigem Respekt und Verständnis möglich. Gemeinsame Erfolgserlebnisse bringen Menschen einander näher und das Reimen und Singen kann zum schnelleren Erlernen der Sprache verhelfen. So singen regelmäßig Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in verschiedenen Sprachen im Chor zusammen. Die professionelle Leitung übernimmt unsere Musikpädagogin jüdischer Abstammung aus Sibirien. Ergebnisse werden in der Interkulturellen Woche präsentiert.

Mosaika verfügt über gut ausgestattete Räumlichkeiten, die für sportliche Angebote, wie Aerobic und andere Gymnastikarten gut geeignet sind.Um sich an sportlichen Aktivitäten beteiligen zu können sind nicht zwingend gute Sprachkenntnisse nötig, die Bewegung dient als allseits bekanntes Mittel zur Verständigung. Somit trägt dieses Angebot dazu bei, die Entstehung von Gemeinschaft und die Beziehungen zwischen Migranten und einheimischen Bewohnern von Bischofswerda voranzubringen. Außerdem hilft das gemeinsame Training die gute körperliche Verfassung zu erhalten. In dem neuen Projekt werden wir verschiedene Arten von Gymnastik anbieten, die auf mehrere Zielgruppen (Frauen, Mütter mit Babys, Senioren) ausgerichtet sind. Das zieht Menschen aus allen Gesellschaftsschichten aus Bischofswerda und Umgebung an.

Teenager aus Migrantenfamilien sind oftmals in Deutschland geboren oder hier aufgewachsen. Nichtsdestotrotz sind auch sie manchmal nicht vollkommen integriert. Sie identifizieren sich eher mit dem Heimatland ihrer Eltern. Noch mehr betrifft das Teenager aus Familien, die erst seit Kurzem in Bischofswerda oder in Deutschland leben.


Um dem entgegenzuwirken bauen wir den „Teenie-Treff“ weiter aus. Dieser ist auf 10-14 Jährige ausgerichtet. Unter Anleitung werden Teenies selbst zu Schöpfern ihrer ganz eigenen Kultur. Andererseits nehmen sie auch an den Abenden teil, an denen es um die Familiengeschichten geht, erleben Ausflüge und Führungen gemeinsam mit den Senioren und helfen im Theater mit. Dabei werden sie von der Kursleiterin, einer Erzieherin in Ausbildung, beraten und unterstützt.

Ziel ist es, sie zum selbständigen Handeln und zu sinnvoller Freizeitgestaltung zu motivieren sowie für die Vereinsarbeit zu begeistern. Denn gerade Kinder, die zweisprachig, oder unter dem Einfluss von mehreren Kulturen aufwachsen, können später als Mittler in der multikulturellen Gesellschaft dienen und Integrationsvereine anführen.